Online-Banking gehackt – Was Sie tun sollten und wie Sie sich schützen

15.06.2020
Kategorien: Electronic Banking, Tipps und Tricks
Autor: Sarah Linda Müller Avatar für Sarah Linda Müller

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute widme ich mich einem eher lästigen, unschönen Thema. Dem Online-Banking-Betrug. Mit der steigenden Nutzung der medialen Möglichkeiten verlagert sich natürlich auch die Kriminalität dahin. Dabei ist oftmals nicht die Technik die Schwachstelle, sondern der Nutzer direkt. Sie können sich also selbst am besten schützen. Wie das geht und weitere Informationen erfahren Sie in diesem Artikel.

Online-Banking-Betrug
Schützen Sie sich vor Kriminellen im Netz.

Das Wichtigste möchte ich Ihnen direkt am Anfang auf den Weg geben.

Sie sind bereits Opfer eines Online-Banking-Betrugs bzw. gehackt worden? Oder Sie haben nur den Verdacht? Dann sollten Sie diese 3 Punkte direkt umsetzen: 

1. Online-Banking sperren

Rufen Sie bei Ihrer Sparkasse oder unter der allgemeinen Sperr-Rufnummer an. Diese ist rund um die Uhr das ganze Jahr erreichbar: +49 116 116. Unter dieser Nummer können Sie auch sämtliche Bankkarten sperren lassen.

Die Nummer ist deutschlandweit übrigens kostenlos. Aus dem Ausland sind die Anrufe kostenpflichtig und richten sich nach den Preisen des jeweiligen ausländischen Anbieters/Netzbetreibers.

Haben Sie kein Telefon zur Hand, geben Sie einfach dreimal eine falsche PIN zur Anmeldung in Ihrem Online-Banking ein. Damit sind Sie fürs Erste gesperrt. Danach ist es aber zwingend notwendig trotzdem den Anruf zu tätigen.

2. Anmeldenamen und Passwörter weiter Accounts

Überlegen Sie sich, welche weiteren Passwörter der Betrüger noch von Ihnen haben könnte. Insbesondere von Accounts, bei denen Sie Ihre Zahlungsdaten hinterlegt haben. Zum Beispiel Ebay, Amazon, … aber auch E-Mail-Konten. Wichtig! Nehmen Sie diese Änderung an einem neutralen Gerät vor und nicht an dem Computer oder Smartphone, bei dem Sie den Betrugsverdacht haben.

3. Sparkasse kontaktieren

Sollten Sie es noch nicht getan haben, kontaktieren Sie spätestens jetzt Ihre Sparkasse. Die Experten besprechen mit Ihnen was vorgefallen ist und leiten dann weitere, zu Ihrem Fall passende, Schritte ein.

Außerdem können Sie, für den Fall, dass Sie auf eine Phishing Mail reagiert haben, diese Mail an warnung@sparkasse.de weiterleiten. Die Sparkasse prüft diese dann.

Doch wie kommt es überhaupt zu den Betrugsfällen?

Mittlerweile ist die Technik so weit fortgeschritten, dass das Online-Banking sicher ist. Die größte Schwachstelle ist der Mensch bzw. Nutzer. Aus diesem Grund zielen auch die Betrüger auf den Nutzer ab.

Betrügerische Anrufe

Eine schon fast alte Masche sind betrügerische Anrufe, die leider immer noch funktionieren. Diese werden von geschulten Telefon-Teams der Betrüger durchgeführt und werden sehr gut inszeniert. Beispielsweise kann die Nummer, die Ihnen auf Ihrem Telefon angezeigt wird, überspielt werden. Sie sehen dann die Nummer der Polizei oder die Ihrer Sparkasse vor Ort. Gerne geben sich die Betrüger auch als Microsoft-Mitarbeiter aus.

Der Stern berichtete hierüber beispielsweise im September letzten Jahres:  Achtung, Abzocke: Vor diesen fiesen Microsoft-Anrufen warnt die Polizei.
Außerdem warnt die Polizei München laut der TZ immer wieder vor falschen Anrufen: "Falsche Polizisten": Ermittler veröffentlichen Anruf bei ahnungslosem Opfer - er klingt schockierend.

Bekommen Sie solche Anrufe, legen Sie bitte auf und geben keine Auskünfte. Sie können dann unter der Ihnen bekannten Nummer beim jeweiligen Anrufer zurückrufen.

Phishing-Mails – seltsame, unbekannte E-Mails im Mail-Postfach

Betrügerische E-Mails, so genannte Phishing-Mails, gibt es beinahe schon so lange, wie es die E-Mail an sich gibt. Trotzdem sind genügend im Umlauf und fast keiner kann von sich behaupten, noch nie eine erhalten zu haben. Sei es der unbekannte Rechtsanwalt, der auf einmal Mahnungen schickt oder gleich ein Inkasso-Büro, dass alles im Anhang verschickt bzw. netterweise einen Link zum Download weiterer Informationen anbietet. Andere Aufhänger der Betrüger sind Unstimmigkeiten mit PayPal oder der Apple Account müsste mal wieder bestätigt werden. Ganz egal wie, das Ziel ist immer an Ihre Daten zu kommen oder eine Schadsoftware auf dem Computer / Smartphone zu installieren.

Öffnen Sie E-Mails von unbekannten Absender nicht und löschen Sie diese direkt. Sind Sie sich unsicher, weil Sie den Empfänger eigentlich kennen (zum Beispiel Ihre Sparkasse) rufen Sie beim Versender einfach an und fragen nach. Nutzen Sie davor wieder die Ihnen bekannten Nummern.

Notsituationen ausnutzen

Gerne werden von den Betrügern Notsituationen oder neue Gegebenheiten ausgenutzt. Das aktuellste Beispiel ist hier die Corona Krise. Die Angst der Menschen vor dem Virus wurde und wird innerhalb kürzester Zeit von Betrügern ausgenutzt. Hier gibt es ganz unterschiedliche Vorgehensweisen.

Zum Beispiel werden Phishing-Mails im Namen der Sparkasse verbreitet. Betreffzeilen sind „Wichtige Umstellung auf das neue Online-Konto“, „Ihr Online-Banking wurde eingeschränkt“, … Ziel ist es, Sie auf eine Seite zu lotsen und auf dieser dann Ihre Daten abzufragen.

Weitere Informationen zur Zunahme des Betrugs im Internet im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie unter sparkasse.de: Computervirus dank Coronavirus: Vorsicht vor steigender Cyberkriminalität!

Wie können Sie sich vor Online-Banking-Betrug schützen?

Regel Nummer 1: Behalten Sie Ihre persönlichen Daten

Schützen Sie Ihre persönlichen Daten

Seien Sie einfach vorsichtig im Umgang mit Ihren persönlichen Daten im Netz (E-Mails, Fake-Shops, …) und auch „im echten Leben“ (Telefon, Schriftverkehr, Fremde an der Haustür, Gespräche mit unbekannten Personen, ...). Hinterfragen Sie lieber zu oft, als zu wenig.

Regel Nummer 2: Keine Weitergabe der TAN

Geben Sie Ihre TAN nicht weiter

Geben Sie niemals, absolut niemals eine TAN weiter. Kein Sparkassen-Mitarbeiter wird Sie danach fragen. Das gleiche gilt übrigens für die Online-Banking PIN, sowie die PIN Ihrer Sparkassen-Karte oder Kreditkarte.

Regel Nummer 3: Kontrolle der TAN

Kontrollieren Sie Ihre TAN

Prüfen Sie die TANs, die Sie erhalten. Tippen Sie nicht blind die TAN in das dafür vorgesehene Feld, sondern gleichen Sie die Infos ab. Stehen hier statt den gewünschten 10€ auf einmal 10.000€ als Überweisungsbetrag, passt etwas nicht. Eine TAN brauchen Sie übrigens nur, um einen selber erstellten Auftrag (Überweisung, Erhöhung Limit, ….) freizugeben, sich Umsätze größer 90 Tage anzeigen zu lassen oder um sich nach 90 Tagen direkt nach der Anmeldung im Online-Banking zu legimitieren. Letzteres ist seit der Umsetzung der PSD2 Regulierung Pflicht.

Regel Nummer 4: Die technischen Geräte

Machen Sie die Updates

Halten Sie Ihre technischen Geräte aktuell. Schieben Sie Updates nicht unnötig lange auf. Oft versorgen diese Sie mit neuen Sicherheitsstandards oder schließen erkannte Sicherheitslücken. Eine aktuelle Antiviren-Software und eine Personal Firewall sind für das sichere Surfen im Internet ohnehin unverzichtbar.

Regel Nummer 5: Kontrolle der Adressleiste

Kontrollieren Sie die URL

Kontrollieren Sie die Adressleiste. Hier sollte immer die korrekte Adresse Ihrer Sparkasse angezeigt werden. Außerdem sollte das Schloss-Symbol zu sehen sein.

Außerdem noch hilfreich:

Newsletter LesensWert

In unserem Newsletter erhalten Sie monatlich die aktuellen Warnmeldungen automatisch und bequem per Mail. Melden Sie sich ganz einfach an unter www.sparkasse-allgaeu.de/newsletter.

Zudem finden Sie sämtliche Warnmeldungen auf unserer Homepage:  www.sparkasse-allgaeu.de/sicherheit.

Tageslimit im Online-Banking

Wussten Sie schon, dass Sie Ihr tägliches Überweisungslimit ganz bequem ändern können? Im Service-Center finden Sie die Funktion unter "Limit" oder Sie nutzen den Link:  www.sparkasse-allgaeu.de/de/home/service/limitaenderung

Kontowecker

Zusätzlich können Sie unsere Kontowecker nutzen, um über Buchungen direkt informiert zu werden. Dafür haben wir verschiedene zur Auswahl, wie beispielsweise den Umsatzwecker, den Kreditkartenwecker, den Kontostandswecker, usw. Einen Überblick über alle möglichen Wecker finden Sie auf unserer Homepage.

Mehr Informationen zur Sicherheit im Internet finden Sie auf der Sparkassen-Homepage: www.sparkasse.de/service/sicherheit-im-internet.

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Bleiben Sie einfach aufmerksam, wenn es um Ihre Daten und Ihr Geld geht.

Ihre Sarah Müller

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Kommentare (2)

Sparkasse Allgäu - Sarah Müller
10.03.2021

Hallo Frau Kamenz,

so wie ich das verstehe, hatten Sie bereits Kontakt zu Ihrer Sparkasse vor Ort. Das ist gut und richtig so. Ob das Geld erstattet wird, was für Unterlagen Sie konkret bekommen und wie lange diese Bearbeitung dauert, erfahren Sie auch bestimmt bei Ihrem zuständigen Kundenberater. Dazu kann ich keine Aussage machen.

Alles Gute Ihnen und viele Grüße
Sarah Müller

Kamenz Ingrid
10.03.2021

Ich bin Opfer eines onlinebankings
Ich hatte im Januar eine Mail bekommen die echt aussah wie von der Sparkasse ich hab auf den roten Balken geklickt
Nun wurden mir 6500 Euro von den Betrügern abgehoben hatte 1100 Euro drauf Rest ist dispo
Sehe ich mein Geld wieder erstattet das die Sparkasse
Die Sparkasse will mir jetzt Unterlagen zuschicken die ich ausfüllen soll wielange dauert die Bearbeitung

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