Was machen 13 Sparkassen-Azubis einen ganzen Tag im Moor?
Liebe Leserinnen und Leser,
im August 2026 hieß es für einen Tag weg vom Schreibtisch ab in die Natur. Unsere Azubis wollten etwas für den Naturschutz tun und haben uns bei unserem ersten regionalen Nachhaltigkeitsprojekt mit dem Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten e.V. (LPV) tatkräftig unterstützt.
13 Auszubildende
9 Blasen an den Händen
2 Kröten gerettet
12.587 invasive Pflanzen ausgerissen*
*persönliche Schätzung
1 Mal komplett nass geworden
100%ig etwas Gutes für die Natur getan
Das Widdumer Wasenmoos ist Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets „Widdummer Weiher und Wasenmoos“. Es zählt zu den bedeutendsten Streuwiesen- und Moorgebieten im Oberallgäu und ist die Heimat sehr seltener Arten, unter anderem auch der vom Aussterben bedrohten Zwerglibelle.
Streuwiesen wie hier sind über Jahrhunderte durch die traditionelle, späte Mahd zur Einstreugewinnung für den Stall entstanden. Genau diese magere Nutzung hat die hohe Vielfalt an lichtliebenden, konkurrenzschwachen Arten erst möglich gemacht. Ohne regelmäßige Pflege verbuschen und verschilfen solche Flächen und die spezialisierten Arten verschwinden unwiederbringlich.
Unsere Aufgabe war es, das Moor von invasiven Pflanzen wie dem Springkraut oder der Goldrute zu befreien. Gerade die Goldrute kann sich aufgrund ihrer Ausläufer schneller ausbreiten und ist deshalb auch viel schwieriger auszureißen.
Zusätzlich haben wir auch der Verbuschung der Streuwiesen entgegengewirkt, da wir in Teilbereichen den sogenannten Faulbaum entfernt haben.
Da sich diese Arten sehr schnell ausbreiten, verdrängen sie heimische Pflanzen- und Tierarten und verändern den Lebensraum. Außerdem können sie den Wasserhaushalt der klimafreundlichen Moore stören und damit die wichtige Speicherung von klimaschädlichem Kohlenstoff gefährden.
Moore zählen zu den wirksamsten natürlichen Klimaschützern überhaupt, speichern über lange Zeit große Mengen Kohlenstoff und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.
Der Tag wurde von Paula und Emily vom Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten e.V. begleitet. Von ihnen haben wir nicht nur gezeigt bekommen, wie man gemeinsam als Team außerhalb vom Schreibtisch anpackt, sondern auch viel über Moore und ihre Wichtigkeit für die Natur und das Klima erfahren.
Da effektive Maßnahmen, wie das Ausreißen der Neophyten sehr zeitintensiv sind und über das Maß der normalen Landschaftspflege hinausgehen, mäht der LPV solche Bereiche normalerweise mindestens zwei Mal pro Jahr, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.
Und genau hier kam unser Nachhaltigkeitsprojekt ins Spiel!
Am wirksamsten – aber auch am zeitintensivsten - ist es die Pflanzen mit der Wurzel auszureißen. Zwar konnten wir in den 6 Stunden – inklusive Regendusche – Fortschritte unserer Pflegemaßnahmen sehen, trotzdem hat es uns nochmal aufgezeigt wie wichtig es ist, sich regelmäßig auch regional für den Klima- und Naturschutz einzusetzen, da hier jede helfende Hand gebraucht wird.
Das ganze Projekt durfte von uns auf Arbeitszeit durchgeführt werden. Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes, dass die Sparkasse Allgäu auch solche Projekte durch uns Beschäftigte unterstützt.
Übrigens: Diese Woche hat bereits das zweite Projekt stattgefunden, eine Baumpflanzaktion im Kempter Wald.
Wenn ihr Ideen habt, welche Projekte für den Natur- und Klimaschutz wir als nächstes unterstützen könnten, schreibt es mir in die Kommentare.
Eure Natalie Kohl









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