50.000 Euro für gemeinnützige Projekte

, Dominik Riedle

Kempten In Zeiten von Krisen, die aktuell auch unsere Gesellschaft erschüttern, besinnen sich viele Menschen auf ihre Heimat. Letzterer widmete sich auch die Sparkasse Allgäu beim Stiftungsprojekt 2025. Das Motto lautete: „Moderne Heimat – mehr als ein Gefühl.“ Traditionell vergibt das Geldinstitut in seinem Geschäftsgebiet Stiftungspreise an gemeinnützige Vereine und Institutionen, deren Projekte eine maximale Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten haben. Vorstandsvorsitzender Tobias Streifinger und die Oberallgäuer Landrätin Indra-Baier-Müller zeichneten in Kempten folgende Initiativen aus, darunter zwei Anerkennungspreise (je 1000 Euro) und elf Hauptpreise:

Bund Naturschutz (1000 Euro): Das Geld erhält die Ortsgruppe Kempten für ihr Projekt „1000 mal mehr Grün für Kempten“, um mehr Bäume und Sträucher in der Innenstadt zu pflanzen. Nach ersten erfolgreichen Gesprächen mit der Stadtverwaltung und den Kirchengemeinden wurde bereits mit der Begrünung begonnen. Weitere Kooperationen mit Eigentümern, Schulen und Kitas sind geplant.

Jodlergruppe Nesselwang (1000 Euro): Sie möchte ihre Probenarbeit modernisieren, indem sie iPads anschafft und Notenmaterial digitalisiert. Damit sollen Audioaufnahmen erstellt werden, die es den Mitgliedern ermöglichen, versäumte Proben zu Hause nachzuholen.

Landhand Allgäu (2000 Euro): Der Verein, in dem sich Handwerker aus dem gesamten Allgäu finden, will altes Handwerk erhalten und neu interpretieren. Mitglieder des Vereins zeigen ihre Fertigkeiten auf Märkten und in Museen und bieten Workshops für Kinder und Erwachsene an.

Allgäuer Gauverband der Gebirgstrachten und Heimatvereine (2000 Euro): In dem Verein mit Sitz in Immenstadt wird das Wandertheater ins Leben gerufen, um das weit verbreitete Wirtshaussterben humorvoll aufzuarbeiten. Theaterspieler aus der Region setzen das Stück „Dorfen(t)zug“ um, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Das Wandertheater soll die Auseinandersetzung mit der Heimatgeschichte fördern.

Blaskapelle Bernbach (2000 Euro): Unter dem Motto „Dorfkapelle 2.0“ modernisieren die Musiker ihre Auftritte mit einer neuen Musikanlage und einem E-Bass. Damit wollen sie jüngere Generationen für die Blasmusik begeistern und die Tradition bewahren. Das Projekt verbindet altbewährte Blasmusik mit modernen Elementen und sorgt so für frischen Wind im kulturellen Leben.

Musikverein Harmonie Füssen (2000 Euro): Die Musiker stemmen mit den „Flötenbienchen“ ein Projekt zur musikalischen Frühförderung: Kinder lernen gemeinsam das Flötenspiel und erfahren, wie Musik als Teil ihrer kulturellen Identität und verbindendes Element der Gemeinschaft wirken kann.

Rockzipfel (2500 Euro): Die Initiative des Sonthofer Vereins „übersetzt“ Allgäuer Weihnachtslieder und Märchen in den heimischen Dialekt. Das Ziel: Kindern regionales Kulturgut näherzubringen und die Verbindung zur Heimat zu stärken.

Skiclub Burgberg (2500 Euro): Die Ehrenamtlichen haben auf dem Siechenkopf ein Gipfelkreuz errichtet, das sowohl als Treffpunkt als auch als Symbol für Gemeinschaft und Naturverbundenheit dient.

Katholische Kirchenstiftung St. Lorenz Kempten (2500 Euro): Das Projekt „Der Schatz der Basilika“ bietet Kindern und Jugendlichen eine interaktive Entdeckungsreise durch die Basilika St. Lorenz. Mit Hilfe von Audioguides und digitalen Elementen wird die Geschichte des Glaubens und der Heimat lebendig gemacht und die jungen Teilnehmer werden zu einem aktiven Teil der kulturellen Entdeckung und Identitätsbildung.

Jugendkultur-Initiative Artistica Anam Cara (2500 Euro): Im Rahmen seines 25-jährigen Bestehens stellt der Kaufbeurer Verein ein Varieté-Projekt auf die Beine. Kinder und Jugendliche gestalten außerdem Musik, Kostüme sowie Choreografien und übernehmen Verantwortung für die Aufführung. Der Verein verbindet künstlerische Tradition mit modernen Ausdrucksformen.

Interessengemeinschaft zur Förderung der dörflichen Entwicklung in Oberdorf/Martinszell (5000 Euro): Das Projekt „Stellwerk Zukunft“ fördert das Bewusstsein für erneuerbare Energien und wird über eine App von Mitgliedern und Gästen verfolgt, um den Stromverbrauch effizient zu gestalten. Zudem wird ein starkes Signal für die Nutzung regenerativer Energien gesetzt.

Dorfladen Niedersonthofen (12.500 Euro): Nachdem der Dorfladen in Wiedemannsdorf geschlossen wurde, gründeten die Bürger eine Genossenschaft und eröffneten einen neuen Dorfladen mit regionalen Produkten. Er ist zentraler Treffpunkt und gilt als Leuchtturmprojekt in ganz Bayern.

Bergsportverein Weitnau (12.500 Euro): Der Dorflift wurde zu einem ganzjährigen Treffpunkt ausgebaut. Im Winter ist er ein beliebtes Ziel für Wintersportler, im Sommer sorgt der neue Bikepark für Abwechslung, der in Eigenleistung aufgebaut wurde.

Gruppernbilde der diesjährigen Preisverleihung des Stiftungspreises
Die Preisträger des Stiftungsprojekts 2025 der Sparkasse Allgäu mit (von links) Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Michael Sambeth (Sparkasse) und Landrätin Indra Baier-Müller sowie (von rechts) Markus Raffler (Redaktionsleiter Allgäuer Zeitung und Mitglied der Projektjury) und Tobias Streifinger (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Allgäu). Foto: Nina Hammerer